Cape Town

Kapstadt

Nachdem ich mich im letzten Jahr (2018) nach Abschluss meiner Ausbildung dazu entschieden habe, mich selbstständig zu machen und im Dezember meine Stelle bei Wattendorff gekündigt habe, ging alles ziemlich schnell. Ein befreundeter Fotograf erzählte mir, er fliegt für 7 Wochen nach Kapstadt und ich hab nicht lange überlegen müssen, denn ich war frei – so frei wie nie zuvor. Kurze Zeit später war der Flug gebucht – 4 Wochen Kapstadt!
Das Jahr 2019 hätte nicht besser beginnen können.

In Kapstadt angekommen und geflasht, so viele Eindrücke, herrliches Wetter, Wahnsinns Licht.

Wir hatten ein großes Loft in Woodstock, einem wachsenden Künstlerviertel für einen Bombenpreis über AirBnb bekommen. Schon am ersten Tag war mir klar, dass ich eine Dokumentation über diese Ecke Kapstadts machen möchte, gesagt getan: Dort bin ich eingetaucht in das alltägliche Leben, jeden Tag bin ich mit meiner Kamera durch die Straßen Woodstocks gezogen und habe den Flow des Viertels festgehalten. Während dieser Zeit habe ich unglaublich viele tolle Begegnungen gehabt, man kann fast sagen, Freunde gefunden. Ein paar Heiratsangebote gab es auch, jedoch waren mir 50.000 Rand (ca. 3000€), dann doch nicht genug.
Die Zeit in Woodstock war unheimlich inspirierend, viele Künstler, Designer und andere kreative Köpfe. Schreiner, die täglich auf den Bürgersteigen wunderschöne Vintagemöbel herrichteten, alte klapprige PickUps mit zig Menschen auf der Ladefläche, die verrückten TaxiBusse, die den ganzen Verkehr aufmischen und eher vergleichbar mit einem Partybus wären (sollte man unbedingt mal mitgefahren sein!!) .Selbstverständlich ist auch in Woodstock die Armut ein großes Thema, viele Obdachlose sind dort Alkohol- & Drogenabhängig, die ihr Hab und Gut mit selbstgebastelten Rollwagen durch die Gegend fahren, Pappe sammeln (welche gegen kleines Geld eingetauscht wird an der Müllstation), auf der Straße betteln, geklaute Ware verkaufen wollen, etc. etc. … vor allem die Kids – das tat wirklich weh mit anzuschauen. So jung und schon Drogenabhängig und kaputt. Außerdem galt Woodstock noch als relativ gefährlich – jedenfalls ließen mich die Einheimischen dort stets in dem Glauben, täglich wurde ich liebevoll gewarnt und auch ernsthaft ermahnt, ich solle mich dort nicht allein mit meiner Kamera bewegen. Vielleicht naiv von mir – aber das Glück schien mit den Doofen zu sein. Mir ist nichts passiert und ich habe mich selten unsicher gefühlt, wobei es nach 18 Uhr auf der Hauptstraße schon erstaunlich ruhig und gruselig war, nur wenige Menschen unterwegs – hauptsächlich Obdachlose und jeden Abend dieser heftige Wind, der auf mystische Weise durch die Straßen fegte und den Müll zig Meter hoch durch die Luft wirbelte.

Raus aus Woodstock gab es natürlich auch unheimlich viel zu entdecken. Mitten in der Stadt war der „Berg“ Signal Hill und von dort auch erreichbar der Lions Head. Auf dem Signal Hill gab es ein Rooftop auf dem wir abends regelmäßig unheimlich kitschige Sonnenuntergänge beobachtet haben, man hat dort immer andere Leute kennengelernt und die Atmosphäre war traumhaft mit einem Ausblick über die halbe Stadt und das Meer. Atemberaubend! Am letzten Tag meiner Reise hat genau dieser Berg gebrannt und ich vermute, dass dieses Rooftop nun leider nicht mehr existiert und hoffe sehr, dass sich die Natur dort schnell wieder erholt. Der Anblick dieses Feuers bei Nacht war unglaublich, man konnte weder den Berg noch irgendwelche Umrisse dessen sehen, nur eine riesige Feuerwand die senkrecht in den Himmel stieg, beängstigend und faszinierend zugleich.

Die Zeit in Kapstadt diente natürlich nicht nur als Erholung, eigentlich war es das auch ganz und gar nicht! Aber wie sagt man so schön: Wer erholt aus dem Urlaub zurück kehrt, ist nicht gereist !? Sehe ich genau so! Jedenfalls habe ich dort auch einige Shootings umsetzen können, trotz der unglaublichen Unzuverlässigkeit der Modelle bzw Einheimischen bin ich mit vielen tollen Ergebnissen zurückgekehrt.

Meinen 27. Geburtstag habe ich außerdem auch in Kapstadt gefeiert, wir waren eingeladen zu einem Braai (klassisches Südafrikanisches BBQ), was zu einer wilden WG Party ausartete. Besser hätte es nicht laufen können 🙂 Endlich im Sommer Geburtstag!

Links seht ihr ein paar Eindrücke meiner Reise. Erstaunlicherweise habe ich außerhalb der “Arbeit”, also meiner Dokumentation in Woodstock und der unzähligen Shootings meine Kamera doch eher selten angerührt, da mich das Leben dort einfach zu sehr in den Bann gezogen hat und ich die restliche Zeit einfach mal abschalten wollte. Die komplette Dokumentation veröffentliche ich zur Zeit noch nicht, aber wenn ihr sehen wollt, was ich dort sonst für Projekte umgesetzt habe, dann folgt mir weiter in meinem Blog.

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